Die frühesten Spuren des Karnevals sind in der Geschichte der Stadt verloren gegangen, Teil des vielfältigen Erbes, das Zivilisationen und Jahrhunderte Geschichte in Cartagena hinterlassen haben. Obwohl Cartagena von den Karthagern gegründet wurde, fiel es bald in die Hände der Römer und wurde zu Carthago Nova, der bedeutenden Hauptstadt der römischen Provinz Hispanien. Hier finden wir die Vorläufer der römischen Saturnalien, die Masken klassischer Schauspieler, gefolgt von den christlichen Liturgiezeiten und den darauf folgenden Volksbräuchen, die eine Mischung aus Licht, Farbe, Symbolik und Musik bildeten, die wir als Karneval kennen.
In Cartagena ist der Karneval daher ein festliches Ereignis mit tiefen historischen und kulturellen Wurzeln, dessen Feier seit dem Ende des 18. Jahrhunderts offiziell dokumentiert ist und das sich im Laufe der Zeit zu einem der repräsentativsten Ausdrucksformen der Volkstradition der Stadt entwickelt hat.
Die ältesten bisher gefundenen schriftlichen Belege datieren die Feier des Karnevals von Cartagena auf das Jahr 1790, als eine Karnevalskomödie in der Mechas-Fabrik im Viertel Fuente Cuba aufgeführt wurde. Diese frühen Zeugnisse bestätigen die Existenz früher Karnevalsfeiern in der Stadt, die in die damalige Gesellschaft und Kultur eingebunden waren.
Anschließend und im Einklang mit den dokumentierten historischen Belegen gibt es Berichte aus dem Jahr 1856 über Maskenbälle, die in Sälen wie dem Ateneo, dem Casino von Cartagena und anderen symbolträchtigen Orten der Stadt stattfanden, sowie über Volksfeste, die sich durch die Verwendung von Kostümen, Masken und Gruppen auszeichneten, was auf die bedeutenden sozialen Wurzeln und die bemerkenswerte Beteiligung der Bürger schließen lässt.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts und im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts etablierte sich der Karneval von Cartagena als ein Fest mit breiter Beteiligung, das sich sowohl im städtischen Raum als auch in den entsprechenden sozialen und kulturellen Bereichen entwickelte.
Foto: Karneval in Cartagena im Jahr 1919 (Historisches Archiv von Cartagena)
Als Folge der historischen Ereignisse des Spanischen Bürgerkriegs und der darauf folgenden Verordnungen von 1937 war die Feier des Karnevals mehrere Jahrzehnte lang im 20. Jahrhundert verboten.
Der Karneval von Cartagena wurde 1981 wiederbelebt und leitete damit eine neue Ära ein, die von der schrittweisen Erholung des Festivals, der Reorganisation seiner Veranstaltungen und dem aktiven Engagement lokaler Vereine und der Stadtverwaltung geprägt war. Seitdem hat sich der Karneval zu einer festen und gut strukturierten Veranstaltung entwickelt, die Umzüge, große Wettbewerbe und Aktivitäten für alle Altersgruppen umfasst und somit seinen festen Platz im Festkalender der Stadt zurückerobert hat.
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